MER (Marketing Efficiency Ratio, auch Blended ROAS) setzt den gesamten Umsatz eines Zeitraums ins Verhältnis zu den gesamten Werbekosten aller Kanäle — ohne Attribution, ohne Kampagnenlogik. Eine ehrliche Gesamtschau, die nichts über einzelne Kampagnen sagt.
Definition
Die Marketing Efficiency Ratio (MER) ist der Quotient aus dem gesamten Brutto-Umsatz eines Shops in einer Periode und den gesamten Werbe- und Marketingausgaben derselben Periode über alle Kanäle. Anders als der ROAS je Kampagne verlässt sie sich nicht auf die Attribution der Werbeplattformen, sondern auf zwei Zahlen aus Shop und Buchhaltung.
Break-even-MER = Brutto-Umsatz ÷ DB2 gesamt = 1 ÷ durchschnittliche DB2-Marge (vom Brutto). Der MER ist der ROAS des ganzen Shops, deshalb gilt dieselbe Break-even-Logik.
| Gesamtumsatz brutto | 15.960,00 € |
| Gesamte Werbekosten | 2.400,00 € |
| MER (15.960 ÷ 2.400) | 6,65 |
| DB2 gesamt (400 × 12,41 €) | 4.963,59 € |
| Break-even-MER (15.960 ÷ 4.963,59) | 3,22 |
| Werbebudget, bei dem der MER den Break-even erreicht | 4.963,59 € |
MER 6,65 gegen Break-even 3,22: Der Shop könnte insgesamt gut das Doppelte in Werbung stecken, bevor die Werbung Deckungsbeitrag vernichtet — sofern die zusätzlichen Bestellungen dieselbe Marge und Retourenquote hätten, was selten der Fall ist.
Die Werbeplattformen attribuieren großzügig: Google und Meta beanspruchen oft zusammen mehr Umsatz, als der Shop gemacht hat. Der MER ist die Kontrollzahl gegen diese Doppelzählung — er lässt sich aus Shop-Umsatz und Werberechnungen bilden, ohne dass eine Plattform mitreden muss. Steigt das Werbebudget und der MER sinkt deutlich, kauft der Shop Umsatz, der sonst auch gekommen wäre. Was der MER nicht kann: sagen, welche Kampagne das verursacht. Dafür braucht es den Break-even-ROAS je Kampagne — und für die Frage, ob die Werbung Gewinn bringt, den POAS.
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