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Kundenwert berechnen: Was ist ein Kunde über die Jahre wirklich wert?

Kundenwert (CLV) = Deckungsbeitrag je Bestellung × Bestellungen pro Jahr × Jahre — zum Beispiel 9 € × 2,4 × 2,5 = 54 €. Mit Umsatz gerechnet käme 270 € heraus, fünfmal zu viel. Dieser Rechner zeigt beide Werte — und daraus, was dich ein Neukunde höchstens kosten darf.

Deine Kunden

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Marge unklar? Erst ein typisches Produkt im Preiskalkulations-Rechner durchrechnen.

Modell-Annahmen: Konstanter Bestellwert und konstante Frequenz über die Kundenbeziehung (in Wirklichkeit fallen beide oft mit der Zeit — der Rechner zeigt die optimistische Obergrenze). Die ⅓-Regel für Werbekosten ist eine Faustregel, keine Garantie. Ohne Abzinsung.

Warum der Kundenwert über deine Werbestrategie entscheidet

Zwei Händler bezahlen 30 € für einen Neukunden. Der erste verkauft einmalig ein Geschenk — sein Kunde kommt nie wieder, die 30 € müssen aus einer einzigen Marge bezahlt werden. Der zweite verkauft ein Verbrauchsprodukt, seine Kunden bestellen zweieinhalbmal im Jahr, drei Jahre lang. Dieselben 30 € Werbekosten sind für den einen ruinös und für den anderen ein Schnäppchen. Der Unterschied ist der Customer Lifetime Value — und wer ihn nicht kennt, kann weder sein Werbebudget noch seinen maximalen Klickpreis begründen.

Die zwei Wahrheiten des CLV

Die meisten CLV-Rechnungen hören beim Umsatz auf. Das ist die Schaufenster-Zahl: Im Beispiel oben sind es 412,50 € Brutto-Umsatz über drei Jahre. Aber davon gehört die Umsatzsteuer dem Finanzamt, und Wareneinsatz, Versand, Verpackung und Retouren verlassen das Konto bei jeder Bestellung. Übrig bleibt der Deckungsbeitrags-CLV — im Beispiel rund 104 €. Das ist die Zahl, aus der Werbung, Fixkosten und am Ende dein Gewinn bezahlt werden.

Beispielrechnung (die Startwerte oben)
55 € × 2,5 Bestellungen × 3 Jahre (brutto)412,50 €
− Umsatzsteuer 19 % → Netto-Umsatz346,64 €
× 30 % Marge → Deckungsbeitrags-CLV103,99 €
Faustregel: max. Werbekosten je Neukunde (⅓)34,66 €

Interessant wird der Vergleich mit der ersten Bestellung: Ihr Deckungsbeitrag liegt bei etwa 13,90 €. Wer 34 € für einen Neukunden ausgibt, macht auf der Erstbestellung also bewusst Verlust — und verdient ihn über die Folgekäufe zurück. Das funktioniert, aber nur, wenn die Folgekäufe wirklich kommen und die Liquidität die Wartezeit trägt.

Kohorten statt Durchschnitt: das Abo-Beispiel

Wer ein Abo verkauft — Supplements, Kaffee, Tierfutter — sollte den Kundenwert nicht mit „Jahren" schätzen, sondern mit der monatlichen Kündigungsrate: Erwartete Lebensdauer = 1 ÷ Kündigungsrate. Bei 8 % Kündigungen pro Monat bleibt ein Abonnent im Schnitt 12,5 Monate. Mit 12 € Deckungsbeitrag je Lieferung (29,90 € Abo, 7 % USt) ergibt das rechnerisch " + eur(clv_abo) + " Kundenwert — aber die Tabelle zeigt, wann das Geld kommt, und das entscheidet über Liquidität und Werbebudget:

Nach MonatenNoch aktive AbonnentenKumulierter Deckungsbeitrag je StartkundeCAC 40 € verdient?
192,0 %12,00 €noch nicht
377,9 %33,20 €noch nicht
471,6 %42,54 €ja
660,6 %59,05 €ja
1236,8 %94,85 €ja
2413,5 %129,72 €ja
365,0 %142,54 €ja
∞ (rechnerisch)0 %150,00 €ja

Die Kohorte hat ihre 40 € Werbekosten nach vier Monaten verdient; nach einem Jahr sind noch 37 % der Abonnenten da, und der kumulierte Deckungsbeitrag liegt bei 94,85 €. Der Rest bis 150,00 € kommt aus einem langen, dünnen Schwanz. Wer sein Werbebudget mit dem rechnerischen Endwert begründet, plant mit Geld, das erst in Jahr drei eintrifft — die ehrliche Grenze ist der Wert nach 12 Monaten.

Die Grenze dieses Rechners

Frequenz und Beziehungsdauer sind hier Schätzwerte — und genau daran scheitern CLV-Rechnungen in der Praxis. Die ehrlichen Werte stehen in deiner Bestellhistorie: Wie viele Erstkäufer kommen wieder, nach wie vielen Tagen, wie unterscheiden sich Produktgruppen? Das ist Kohortenanalyse. de_core rechnet sie aus deinen angeschlossenen Shop-Daten automatisch — je Sortiment, je Kanal, täglich aktuell.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Customer Lifetime Value?

Die einfache Formel: CLV = durchschnittlicher Bestellwert × Bestellungen pro Jahr × Dauer der Kundenbeziehung in Jahren. Ehrlicher wird es, wenn du statt des Umsatzes den Deckungsbeitrag nimmst: CLV × Deckungsbeitrags-Marge. Denn nur der Deckungsbeitrag bezahlt Fixkosten und Werbung.

Warum sollte ich den CLV mit Deckungsbeitrag statt Umsatz rechnen?

Ein Kunde mit 400 € Lebenszeit-Umsatz klingt wertvoll. Aber wenn davon nach Umsatzsteuer, Wareneinsatz, Versand und Retouren nur 100 € Deckungsbeitrag bleiben, darfst du für seine Gewinnung keine 150 € ausgeben. Umsatz-CLV führt systematisch zu überhöhten Werbebudgets.

Was darf ein Neukunde kosten (CAC)?

Eine verbreitete Faustregel: Die Kundengewinnungskosten (CAC) sollten höchstens ein Drittel des Deckungsbeitrags-CLV betragen — damit die anderen zwei Drittel Fixkosten und Gewinn tragen. Wichtig: Das ist eine Faustregel, kein Naturgesetz. Wie schnell sich ein Kunde amortisiert, hängt an deiner Liquidität: Wer den CAC erst nach 18 Monaten zurückverdient, braucht den Atem dafür.

Wie finde ich meine echten Werte für Frequenz und Kundenbeziehung?

Aus dem Bauchgefühl kommen sie selten richtig. Die belastbare Quelle ist deine eigene Bestellhistorie: Wie viele Kunden kaufen ein zweites Mal, in welchem Abstand, wie lange bleiben sie aktiv? Das ist eine Kohortenanalyse — mit Bordmitteln mühsam, mit angeschlossenen Shop-Daten automatisch.

Was ist ein gutes CLV:CAC-Verhältnis?

Als Faustregel gilt 3 : 1 — der Deckungsbeitrags-CLV sollte mindestens das Dreifache der Werbekosten je Neukunde betragen, damit nach Akquise noch Fixkosten und Gewinn bleiben. Unter 1 : 1 verbrennt jede Akquise Geld. Genauso wichtig ist die Payback-Zeit: Werbekosten je Neukunde ÷ Deckungsbeitrag je Monat. Im Startbeispiel sind das 10,4 Monate — länger als 12 Monate wird für die Liquidität gefährlich, egal wie gut das Verhältnis am Ende ist.

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