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Preiskalkulation: Was bleibt pro Bestellung wirklich übrig?

Von 29,90 € Verkaufspreis bleiben nach Umsatzsteuer, Wareneinsatz, Versand, Zahlartgebühr, Retouren und Werbekosten oft nur 3 bis 4 € Deckungsbeitrag. Dieser Rechner zeigt dir für dein Produkt Deckungsbeitrag, Mindestpreis und den Punkt, an dem Retouren es kippen lassen — in zwei Minuten, ohne Anmeldung.

Dein Produkt

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Rückwärts: Welcher Preis für mein Ziel?
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Kanalvergleich: Shop vs. Marktplatz
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Modell-Annahmen (ehrlich gerechnet): Eine Retoure kostet den Erlös, die Ware gilt als wiederverkaufbar (kein Warenverlust — bei Verbrauchsware ggf. Wareneinsatz zu den Retourenkosten addieren). Zahlartgebühren fallen auf den Brutto-Zahlbetrag an. Fixkosten (Miete, Personal, Software) sind bewusst nicht enthalten — der Deckungsbeitrag muss sie erst noch verdienen.

Warum dein Umsatz nichts über deinen Gewinn sagt

„Der Shop läuft" — und trotzdem ist am Monatsende weniger auf dem Konto, als das Verkaufs-Dashboard versprochen hat. Das ist kein Gefühl, sondern Mathematik: Zwischen dem Verkaufspreis und deinem Konto stehen sechs Abzüge, die in keiner Umsatz-Statistik auftauchen. Die Umsatzsteuer läuft nur durch. Der Zahlungsanbieter nimmt seinen Prozentsatz plus Fixgebühr. Versand und Verpackung kosten bei jeder Bestellung. Jede Retoure kostet doppelt — der Erlös verschwindet, die Versand- und Abwicklungskosten bleiben. Und die Werbekosten, die diese Bestellung geholt haben, hat Google oder Meta längst abgebucht.

Genau deshalb kalkulieren erfahrene Händler nicht mit dem Umsatz, sondern mit dem Deckungsbeitrag je Bestellung: dem Betrag, der nach allen variablen Kosten übrig bleibt. Erst er bezahlt deine Fixkosten — und erst was danach übrig ist, ist Gewinn.

So rechnet dieser Rechner

Beispielrechnung (die Startwerte oben)
Verkaufspreis 29,90 € brutto → Netto-Erlös25,13 €
− Wareneinsatz 9,80 € − Verpackung 0,60 € − Versand 4,20 €10,53 €
− Zahlartgebühr (2 % + 0,35 €)9,58 €
Retouren (8 % × Erlösverlust + 8 % × 8,50 € Abwicklung)8,13 €
− Werbekosten je Bestellung 5,00 €3,13 €

Von 29,90 € Verkaufspreis bleiben 3,13 € — rund 10 % des Brutto-Preises. Wer hier mit „30 € Umsatz" plant, plant mit dem Zehnfachen dessen, was wirklich ankommt. Und dieses Produkt ist noch ein gutes: Sein Retouren-Kipppunkt liegt weit über der echten Quote.

Rückwärts kalkulieren: vom Ziel-Deckungsbeitrag zum Preis

Die meisten Händler kalkulieren vorwärts — Einkaufspreis mal Faktor, fertig. Ehrlicher ist der umgekehrte Weg: Wie viel muss diese Bestellung beitragen, damit sich der Shop trägt? Wer 3.000 € Fixkosten im Monat mit 600 Bestellungen deckt, braucht 5 € Deckungsbeitrag je Bestellung — nach Retouren und Werbung. Der Rechner löst dafür die ganze Kette rückwärts auf: Im Startbeispiel braucht das 29,90-€-Produkt für 5 € Ziel-Deckungsbeitrag einen Verkaufspreis von 32,38 €. Und weil ein „10 % Willkommensrabatt" den Preis wieder senkt, muss der Listenpreis bei 35,97 € liegen, damit nach Rabatt das Ziel noch steht.

Die Rabatt-Falle: 10 % weniger Preis, 70 % weniger Deckungsbeitrag

Ein Rabatt wirkt auf den Umsatz linear und auf den Deckungsbeitrag mit Hebel: Der Nachlass geht komplett vom Netto-Erlös ab, während Wareneinsatz, Versand, Gebühren, Retouren und Werbung unverändert bleiben. Für das Startprodukt sieht das so aus:

RabattVerkaufspreis bruttoDeckungsbeitrag je BestellungVeränderung
0 %29,90 €3,13 €
5 %28,40 €2,00 €-36 %
10 %26,91 €0,88 €-72 %
15 %25,41 €-0,25 €-108 %
20 %23,92 €-1,38 €-144 %

Bei 10 % Rabatt bleiben von 3,13 € nur 0,88 € — ein Minus von 72 %. Ab 15 % Rabatt legt der Shop bei jeder Bestellung Geld drauf. Ein Gutschein „lohnt" sich in dieser Rechnung nur, wenn er messbar zusätzliche Bestellungen bringt, die es ohne ihn nicht gegeben hätte — oder Neukunden mit echtem Kundenwert. „Alle Kunden bekommen 10 %" ist keine Marketingmaßnahme, sondern eine Preissenkung mit Verzögerungseffekt.

Shop oder Marktplatz: derselbe Artikel, zwei Rechnungen

Auf dem Marktplatz fallen Versand, Verpackung und Zahlartgebühr aus deiner Rechnung — dafür kommen Provision (oft 15 % vom Bruttopreis) und eine Versand- oder Fulfillment-Gebühr je Einheit dazu, und die Werbekosten je Bestellung sind meist andere. Für das Startprodukt (15 % Provision, 3,50 € Gebühr, 2 € Werbung je Bestellung, gleiche Retourenquote) bleiben auf dem Marktplatz 4,07 € je Bestellung gegenüber 3,13 € im eigenen Shop. Der Marktplatz gewinnt hier — bei diesen Annahmen. Ändere Provision, Gebühr oder Werbekosten im Kanalvergleich oben, und das Bild kippt schnell: Bei 20 % Provision oder 4 € Werbekosten je Marktplatz-Bestellung liegt der Shop vorn.

Was der Vergleich nicht zeigt: Der Shop-Kunde gehört dir (E-Mail, Wiederkauf, Kundenwert), der Marktplatz-Kunde dem Marktplatz. Für Verbrauchsware mit Wiederkauf kann ein niedrigerer Deckungsbeitrag im Shop deshalb die bessere Rechnung sein — das zeigt aber erst der Kundenwert über mehrere Bestellungen, nie die Einzelbestellung.

Die Grenze dieses Rechners — und was dahinter liegt

Dieser Rechner rechnet ein Produkt mit einem Preissatz durch. Dein Shop hat aber vermutlich Dutzende Produkte, mehrere Zahlarten, unterschiedliche Retourenquoten je Artikel und Werbekosten, die je Kampagne schwanken. Welche Artikel dich wirklich tragen — und welche heimlich gegen dich arbeiten — kann keine Vorlage der Welt aus einem Einzelwert ableiten. Dafür müssen deine echten Zahlen zusammenkommen: Shop, Werbekonten, Zahlarten, Retouren.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Gewinn pro Bestellung in meinem Onlineshop?

Vom Brutto-Verkaufspreis ziehst du zuerst die Umsatzsteuer ab, dann Wareneinsatz, Verpackung, Versand und Zahlartgebühren — das ergibt den Deckungsbeitrag je Verkauf. Rechnest du zusätzlich Retouren und Werbekosten je Bestellung ein, erhältst du den Deckungsbeitrag je Bestellung: das, was wirklich übrig bleibt, bevor Fixkosten bezahlt sind.

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?

Der Deckungsbeitrag ist das, was eine Bestellung nach allen variablen Kosten beisteuert. Davon müssen noch die Fixkosten bezahlt werden — Miete, Personal, Software, Steuerberater. Erst was danach übrig ist, ist Gewinn. Ein positiver Deckungsbeitrag heißt also noch nicht, dass der Shop insgesamt profitabel ist.

Ab welcher Retourenquote mache ich Verlust?

Der Rechner zeigt dir deinen persönlichen Kipppunkt: die Retourenquote, ab der der Deckungsbeitrag je Bestellung negativ wird. Er hängt von deiner Marge und den Kosten je Retoure ab. Ein Produkt mit dünner Marge und teurer Retouren-Abwicklung kann schon bei 10–15 % Retouren zum Verlustgeschäft werden.

Warum rechnet der Rechner mit Netto-Preisen?

Die Umsatzsteuer gehört nicht dir — sie läuft nur durch dein Konto zum Finanzamt. Wer mit Brutto-Preisen kalkuliert, rechnet sich systematisch reich: Bei 19 % USt sind rund 16 % des Brutto-Umsatzes von vornherein nicht dein Geld. Deshalb zieht der Rechner die USt als ersten Schritt ab.

Wie kalkuliere ich den Verkaufspreis rückwärts vom Zielgewinn?

Lege fest, was eine Bestellung nach Retouren und Werbung beitragen muss (Fixkosten ÷ erwartete Bestellungen), und löse die Kostenkette rückwärts auf: Verkaufspreis = (Ziel-Deckungsbeitrag + Retourenkosten + Werbekosten + (1 − Retourenquote) × sonstige Kosten je Verkauf) ÷ ((1 − Retourenquote) × (1 ÷ (1 + USt) − Zahlartgebühr %)). Im Startbeispiel braucht ein Ziel von 5 € einen Preis von 32,38 €; mit 10 % Rabatt einen Listenpreis von 35,97 €. Der Rechner macht das im Abschnitt „Rückwärts".

Lohnt sich der Verkauf über Amazon oder einen Marktplatz mehr als im eigenen Shop?

Das entscheidet der Deckungsbeitrag je Bestellung, nicht der Umsatz: Auf dem Marktplatz fallen Versand, Verpackung und Zahlartgebühr weg, dafür kommen Provision (oft 15 %) und Fulfillment-Gebühren dazu. Im Startbeispiel bleiben 4,07 € auf dem Marktplatz gegenüber 3,13 € im Shop — bei 20 % Provision oder höheren Werbekosten kippt es. Rechne beide Kanäle je Artikel und bedenke den Kundenwert: Shop-Kunden kaufen wieder bei dir, Marktplatz-Kunden beim Marktplatz.

Im Video: Was bleibt von 29,90 € übrig? (1:56)

Video: Was bleibt von 29,90 € übrig? Preiskalkulation im Onlineshop
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