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Preiskalkulation für Onlineshops — vom Ziel-Deckungsbeitrag rückwärts zum Verkaufspreis

Aufschlagskalkulation (Einkauf × Faktor) übersieht, dass Versand und Fixgebühren je Bestellung anfallen, Zahlart- und Marktplatzgebühren am Verkaufspreis hängen und Retouren einen Teil der Bestellungen in Verluste verwandeln. Diese Vorlage rechnet andersherum: Du gibst den Deckungsbeitrag vor, den eine Bestellung nach allen variablen Kosten bringen soll — sie liefert den Brutto-Verkaufspreis, den Break-even-Preis und den Retouren-Kipppunkt. Im Beispiel: 39,17 € für 6,00 € Ziel-DB3, Break-even bei 28,85 €.

Excel-Vorlage herunterladen (.xlsx) 7 KB · Excel, Google Sheets, LibreOffice, Numbers · Stand 26.08.2026
Vorschau der Excel-Vorlage Preiskalkulation: Eingaben, Rechnung mit Koeffizient und fixem Teil, Ergebnis Break-even-Preis und Preis für Ziel-DB3, Kontrolle mit aktuellem Preis
Vorschau des Blatts „Preiskalkulation" mit den Beispielwerten. Blau = Eingaben, Grau = Zwischenrechnung, Grün = Ergebnis.
Der Rechenweg — mit den Beispielwerten
Einkaufspreis 12,00 € · USt 19 % · Versand 4,90 € · Zahlart 2,5 % + 0,35 € · Retouren 10 % · Rückversand 6,00 € · Wertverlust 10 % · Werbung 15 % vom Umsatz
Koeffizient: Anteil je Preis-Euro, der als DB3 ankommt
(1 − r) × (1 ÷ 1,19 − 2,5 % − 0 %) − r × 2,5 % − 15 %
0,5813
Fester Teil je Bestellung
(1 − r) × (−12,00 − 4,90 − 0,35) + r × (−4,90 − 6,00 − 0,35 − 1,20)
−16,77 €
Break-even-Preis brutto (DB3 = 0) = 16,77 ÷ 0,581328,85 €
Preis für 6,00 € Ziel-DB3 = (6,00 + 16,77) ÷ 0,581339,17 €
Preis für 20 % Ziel-DB3-Marge vom Netto40,58 €
Kontrolle mit 39,90 €: Netto 33,53 € · DB1 21,53 € · DB2 12,41 € · DB36,42 €
Kipppunkt Retourenquote bei 39,90 €32,4 %

Was die Vorlage kann

Rückwärts: Ziel-DB3 → Preis

Du gibst vor, was eine Bestellung nach Wareneinsatz, Versand, Gebühren, Retouren und Werbung bringen soll — in Euro oder als Marge vom Netto. Die Vorlage löst die Gleichung nach dem Brutto-Preis auf.

Break-even-Preis

Der Preis, bei dem DB3 genau null ist. Darunter verliert jede Bestellung Geld — egal wie gut Umsatz und ROAS aussehen.

Kontrolle mit dem aktuellen Preis

Netto-Erlös, DB1, DB2, DB3 und DB3-Marge für deinen heutigen Verkaufspreis — dieselben Stufen wie im Deckungsbeitrags-Rechner.

Retouren-Kipppunkt

Ab welcher Retourenquote das Produkt beim aktuellen Preis ins Minus kippt. Für Mode oft die einzige Zahl, die zählt.

So nutzt du sie

  1. Kosten eintragen: Einkaufspreis netto inklusive Bezugskosten, Versand + Verpackung je Sendung, Zahlartgebühr (% + fix), Marktplatzgebühr (0 im eigenen Shop), Retourenquote, Rückversand + Bearbeitung, Wertverlust je Retoure.
  2. Werbekostenanteil als Prozent vom Brutto-Umsatz (Monatskosten des Werbekontos ÷ Umsatz). Wer ohne Werbung verkauft, trägt 0 ein — und sieht, wie viel Preis die Werbung kostet.
  3. Ziel vorgeben: DB3 je Bestellung in Euro (was nach allen variablen Kosten bleiben soll) oder eine Ziel-Marge vom Netto. Die Vorlage liefert beide Preise und den Break-even.
  4. Aktuellen Preis eintragen und den Kontrollblock lesen: Liegt der DB3 unter dem Ziel, hast du drei Hebel — Preis, Kosten je Bestellung, Retourenquote. Welcher am meisten bringt, zeigt der Deckungsbeitrags-Rechner mit den Tabellen nach Retourenquote und Werbekostenanteil.

Wo die Vorlage endet

Sie rechnet ein Produkt mit einem Preis, einer Retourenquote und einem Werbekostenanteil — Stand heute. Sie weiß nicht, ob der Markt den errechneten Preis trägt (das sagt dir der Absatz nach der Änderung), wie sich die Retourenquote mit dem Preis verändert oder welche Kampagne das Produkt zu welchem Klickpreis verkauft. Für ein Sortiment mit hunderten Artikeln, deren Kosten sich wöchentlich bewegen, ist das eine Aufgabe für ein Modell mit angebundenen Daten: de_core rechnet DB1 bis DB3 je Artikel jede Nacht aus Shop, Werbekonten, Zahlungsanbieter und Lager — und meldet, wenn ein Artikel unter seinen Break-even-Preis rutscht.

Häufige Fragen

Wie rechnet die Vorlage den Verkaufspreis rückwärts?

Der Deckungsbeitrag hängt linear am Brutto-Preis: Ein Teil jedes Preis-Euros kommt als DB3 an (nach Umsatzsteuer, Zahlart-Prozent, Marktplatz-Prozent, Werbekostenanteil und Retourenquote), ein fester Teil je Bestellung geht immer ab (Einkauf, Versand, Fixgebühr, Retourenkosten). Verkaufspreis = (Ziel-DB3 − fester Teil) ÷ Koeffizient. Im Beispiel: 39,17 € für 6,00 € Ziel-DB3, Break-even bei 28,85 €.

Was ist der Unterschied zu einer üblichen Preiskalkulation mit Aufschlag?

Aufschlagskalkulation rechnet Einkaufspreis × Faktor. Sie ignoriert, dass Versand und Fixgebühren je Bestellung anfallen, Zahlart- und Marktplatzgebühren am Verkaufspreis hängen und Retouren einen Teil der Bestellungen in Verluste verwandeln. Die Vorlage rechnet alle vier Effekte ein — deshalb liefert derselbe Faktor bei einem 12-€-Artikel und einem 60-€-Artikel völlig verschiedene Deckungsbeiträge.

Was bedeutet „Kosten > Erlös" in der Ergebniszeile?

Dass der Koeffizient null oder negativ ist: Umsatzsteuer, Zahlart-Prozent, Marktplatz-Prozent, Werbekostenanteil und Retourenquote fressen zusammen jeden Preis-Euro auf. Dann gibt es keinen Preis, bei dem das Produkt Geld verdient — die Kostenstruktur muss sich ändern, nicht der Preis.

Funktioniert die Vorlage in Google Sheets, LibreOffice und Numbers?

Ja. Nur Grundrechenarten sowie IF und MAX — keine Makros, keine externen Verknüpfungen. In Google Sheets über Datei → Importieren, in LibreOffice und Numbers direkt öffnen.

Passende Werkzeuge

Ein Preis, ein Produkt, Stand heute — oder alle Artikel, jede Nacht.

de_core rechnet DB1 bis DB3 je Artikel aus deinen verbundenen Daten und meldet, wenn ein Artikel unter seinen Break-even-Preis rutscht.