Kennzahlenbaum Onlineshop

E-Commerce-Kennzahlen — nicht zehn Dashboards, sondern eine Rechnung

Ein Onlineshop hat nicht fünfzig Kennzahlen, sondern eine Rechnung: Besucher × Conversion = Bestellungen; je Bestellung Netto-Erlös − Wareneinsatz − Versand und Gebühren − Retouren − Werbung = DB3; DB3 × Bestellungen − Fixkosten = Ergebnis. Im Beispiel-Shop werden aus 15.960 € Monatsumsatz 64,00 €. Jede Kennzahl unten ist ein Knoten dieses Baums — mit Formel, Einordnung und Mini-Rechner.

Der Kennzahlenbaum — Beispiel-Shop, ein Monat

16.000 Besucher, 2,5 % Conversion, 39,90 € Bestellwert, 12,00 € Einkauf, 10 % Retouren, 6,00 € Werbekosten je Bestellung (KUR 15 %), 2.500 € Fixkosten. Alle Werte auf Cent gerundet. Klick auf einen Knoten führt zur Kennzahl.

Was dein Dashboard zeigt — und was erst das Modell rechnet

Jede Kennzahl im Baum steht in irgendeinem System: Besucher und Conversion in der Web-Analyse, Bestellwert und Umsatz im Shop, ROAS im Werbekonto, Gebühren beim Zahlungsanbieter, Retouren im Lager, Fixkosten in der Buchhaltung. Was fehlt, ist die Verbindung. Kein einzelnes System kennt den DB3 je Bestellung — und damit kennt keines die Antwort auf die Frage, ob der Shop Geld verdient.

KennzahlShop-DashboardWerbekontoWarenwirtschaftErst das Modell
Besucher, Conversion-Rate, Bestellwertjateilweise
Umsatz brutto / nettojanur zugeordnetja
Wareneinsatz, DB1seltenja
Zahlartgebühren je Bestellungneinneinja
Retourenkosten je Bestellung (Quote × Verlust)neinQuote, nicht Kostenja
DB2 je Bestellungneinneinneinja
ROAS, KURja
Break-even-ROAS, POASneinneinneinja
DB3 je Bestellung, Break-even-Bestellungenneinneinneinja
CLV als Deckungsbeitrag, CLV:CACUmsatz-CLVja
Gebundenes Geld, Liquiditätsvorschauneinteilweiseja

Die Reihenfolge unten folgt dem Baum von oben nach unten: erst die Mengen (Besucher, Bestellungen), dann der Wert je Bestellung (DB1 → DB2 → DB3), dann die Werbe-Kennzahlen, zuletzt Kunde und Liquidität. Jeder Mini-Rechner startet mit den Zahlen des Beispiel-Shops — trag deine eigenen ein.

Mengen: Besucher, Conversion, Bestellwert

Conversion-Rate und Umsatz je Besucher

CR = Bestellungen ÷ Besucher · Umsatz je Besucher = Umsatz ÷ Besucher

Die Conversion-Rate ist die Kennzahl, um die sich die meisten Optimierungs-Ratgeber drehen — und die einzige im Baum, die nur die Menge bewegt, nicht den Wert einer Bestellung. Im Beispiel macht ein halber Punkt mehr (3,0 % statt 2,5 %) 80 zusätzliche Bestellungen und 512,80 € mehr DB3 im Monat. Dasselbe halbe Prozent weniger dreht das Ergebnis auf −448,80 €.

Umsatz je Besucher (RPV) fasst Conversion und Bestellwert zu einer Zahl zusammen und ist deshalb die bessere Steuergröße für Traffic-Entscheidungen: Ein Kanal mit 1,00 € je Besucher darf höchstens so viel je Besucher kosten, wie davon als DB3 übrig bleibt — im Beispiel 16 Cent.

Vertiefung: Lohnt sich mein Onlineshop? rechnet den ganzen Shop mit dieser Logik durch.

Mini-Rechner

Conversion-Rate2,5 %
Umsatz je Besucher1,00 €
Umsatz je Monat15.960,00 €

Ø Bestellwert (AOV) und Netto-Erlös

Netto-Erlös = Bestellwert brutto ÷ (1 + USt)

Der Bestellwert ist die erste Zahl, die in jedem Shop-Dashboard steht — und die erste, die falsch weiterverwendet wird: Sie ist brutto. Bei 19 % Umsatzsteuer gehören von 39,90 € genau 6,37 € dem Finanzamt; jede Margenrechnung beginnt bei 33,53 €. Wer mit dem Brutto-Wert rechnet, überschätzt jede Kennzahl darunter um 19 %.

Der Bestellwert ist zugleich der stärkste Hebel im Baum, weil er auf jeden Knoten darunter wirkt: Ein Bundle, das den Bestellwert um 5 € hebt, bringt bei gleichem Versand und gleicher Zahlart-Fixgebühr fast den ganzen Netto-Zuwachs als DB2.

Rechner: Preiskalkulation — rückwärts vom Ziel-Deckungsbeitrag zum Preis.

Mini-Rechner

%
Netto-Erlös33,53 €
davon Umsatzsteuer6,37 €

Wert je Bestellung: DB1 → DB2 → DB3

Wareneinsatzquote und DB1

DB1 = Netto-Erlös − Wareneinsatz · Quote = Wareneinsatz ÷ Netto-Erlös

Der Wareneinsatz ist der Einkaufspreis der verkauften Ware inklusive Bezugskosten (Fracht, Zoll, Produktverpackung). Die Wareneinsatzquote setzt ihn ins Verhältnis zum Netto-Erlös — im Beispiel 35,8 %. Der Rest ist der DB1, der Warendeckungsbeitrag: die Zahl, die Warenwirtschaft und Shopsystem als „Marge" ausweisen.

64 % DB1-Marge klingen komfortabel. Sie sind die höchste Zahl im Baum und die am wenigsten aussagekräftige, weil unter ihr noch Versand, Gebühren, Retouren und Werbung liegen. Im Beispiel bleiben von 64 % am Ende 19 %.

Rechner: Deckungsbeitrag DB1–DB3 je Produkt.

Mini-Rechner

Wareneinsatzquote35,8 %
DB1 je Bestellung21,53 €
DB1-Marge vom Netto64,2 %

Kosten pro Bestellung: Versand und Zahlart

Kosten pro Bestellung = Versand + Verpackung + Zahlart % × Brutto + Fixgebühr

Versand, Versandverpackung und Zahlartgebühr fallen je Bestellung an, nicht je Produkt — deshalb treffen sie kleine Bestellungen härter. Im Beispiel sind es 6,25 € je Bestellung oder 18,6 % vom Netto-Erlös; bei einem 19,90-€-Artikel wären es 5,75 € auf 16,72 € Netto: 34 %.

Die Zahlartgebühr wird oft vergessen, weil sie vom Zahlungsanbieter einbehalten wird und nie als Rechnung auftaucht. 2,5 % plus 0,35 € klingen klein; auf 400 Bestellungen sind es 539 € im Monat. Bei Retouren wird sie von PayPal, Stripe & Co. nicht erstattet.

Ratgeber: Online-Shop-Kosten kalkulieren — alle Kostenarten mit Beispiel.

Mini-Rechner

%
Kosten pro Bestellung6,25 €
davon Zahlartgebühr1,35 €

Retourenquote und Retourenkosten je Bestellung

Retourenkosten je Bestellung = Retourenquote × Verlust je Retoure

Die Retourenquote steht in der Warenwirtschaft, die Retourenkosten stehen nirgends. Eine Retoure nimmt den Erlös weg, der Hinversand ist verloren, Rückversand, Bearbeitung, Wertverlust der Ware und die Zahlartgebühr kommen dazu. Im Beispiel kostet jede Retoure 28,73 € mehr, als eine behaltene Bestellung bringt — bei 10 % Quote sind das 2,87 € auf jede Bestellung, 1.149 € im Monat.

Weil die Quote je Produkt stark schwankt (Supplements 3 %, Mode 30–50 %), ist die Retourenquote je Artikel die wichtigste Kennzahl, die kein Dashboard als Kosten ausweist. Ab 32,4 % Quote hat das Beispielprodukt einen negativen DB3.

Ratgeber: Retouren-Kosten senken mit Retourenkosten-Rechner.

Mini-Rechner

%
Retourenkosten je Bestellung2,87 €
Retourenkosten je Monat1.149,20 €

DB2: Bestell-Deckungsbeitrag

DB2 = DB1 − Kosten pro Bestellung − Retourenkosten je Bestellung

Der DB2 ist die zentrale Kennzahl des Baums: das, was eine durchschnittliche Bestellung vor Werbung einbringt. Im Beispiel 12,41 € oder 37,0 % vom Netto. Er ist zugleich die Obergrenze für die Werbekosten je Bestellung — mehr als 12,41 € darf eine Bestellung nicht kosten, sonst ist der DB3 negativ.

Aus dem DB2 leiten sich die ehrlichen Werbe-Kennzahlen ab: Die DB2-Marge (37,0 %) ist die Eingabe für den Break-even-ROAS, der DB2 je Bestellung ist die Eingabe für den Kundenwert. Wer den DB2 nicht kennt, kann weder eine Kampagne noch einen Neukunden bewerten.

Rechner: Deckungsbeitrag DB1–DB3 mit Kanalvergleich Shop/Marktplatz.

Mini-Rechner

DB2 je Bestellung12,41 €
DB2-Marge vom Netto37,0 %
max. Werbekosten je Bestellung12,41 €

Werbung: ROAS, POAS, CAC, DB3

ROAS, KUR und Break-even-ROAS

ROAS = Werbeumsatz ÷ Werbekosten · KUR = 100 ÷ ROAS · Break-even-ROAS = (1 + USt) ÷ DB2-Marge

ROAS und KUR sind dieselbe Kennzahl in zwei Schreibweisen: ROAS 6,65 heißt KUR 15 %. Beide messen Umsatz je Werbe-Euro — und Umsatz bezahlt keine Rechnungen. Erst der Break-even-ROAS macht die Zahl bewertbar: Bei 37,0 % DB2-Marge und 19 % USt liegt er bei 3,22. Alles darunter verliert Geld, egal wie grün das Werbekonto leuchtet.

Die Umsatzsteuer gehört in die Formel, weil Werbeplattformen Brutto-Umsätze melden, die Marge aber aus Netto-Erlösen entsteht. Ohne sie liegt der Break-even-ROAS um 19 % zu niedrig — und Kampagnen wirken profitabel, die es nicht sind.

Rechner: ROAS, Break-even-ROAS & POAS · Ratgeber: ROAS oder POAS?

Mini-Rechner

%
%
ROAS · KUR6,65 · 15,0 %
Break-even-ROAS3,22
Puffer zum Break-even107 %

POAS: Profit on Ad Spend

POAS = Deckungsbeitrag (DB2) aus dem Werbeumsatz ÷ Werbekosten

Der POAS ersetzt im ROAS den Umsatz durch den Deckungsbeitrag. Über 1,0 verdient die Werbung Geld, unter 1,0 verbrennt sie es. Im Beispiel: 4.964,00 € DB2 aus 15.960 € Werbeumsatz, geteilt durch 2.400 € Werbekosten — POAS 2,07. Jeder Werbe-Euro kommt als 2,07 € Deckungsbeitrag zurück; 2.564,00 € bleiben nach Werbekosten.

Der entscheidende Unterschied zum ROAS: Der POAS lässt sich nicht durch margenschwache Bestseller schönen. Eine Kampagne, die Artikel mit 15 % DB2-Marge verkauft, hat bei ROAS 6 einen POAS von 0,76 — sie verliert Geld.

Rechner: POAS je Kampagne im Modus „Genau".

Mini-Rechner

POAS2,07
Deckungsbeitrag nach Werbung2.564,00 €

CAC: Kundenakquisitionskosten

CAC = Werbekosten ÷ Neukunden · Werbekosten je Bestellung = Werbekosten ÷ Bestellungen

Der CAC verteilt die Werbekosten nicht auf Bestellungen, sondern auf Neukunden. Im Beispiel: 2.400 € Werbekosten, 60 % der 400 Bestellungen von Neukunden → 240 Neukunden, CAC 10,00 €. Die Werbekosten je Bestellung liegen dagegen bei 6,00 € — beide Zahlen stimmen, sie beantworten verschiedene Fragen.

Der CAC ist nur mit dem Kundenwert bewertbar: Ein CAC über dem DB2 der ersten Bestellung (12,41 €) ist kein Fehler, wenn der Kunde wiederkommt — und ein Fehler, wenn er es nicht tut. Genau dafür steht der CLV weiter unten.

Rechner: Kundenwert (CLV) mit CLV:CAC und Payback.

Mini-Rechner

%
Werbekosten je Bestellung6,00 €
Neukunden · CAC240 · 10,00 €

DB3 je Bestellung, Ergebnis und Break-even-Bestellungen

DB3 = DB2 − Werbekosten je Bestellung · Ergebnis = DB3 × Bestellungen − Fixkosten · Break-even-Bestellungen = Fixkosten ÷ DB3

Der DB3 ist die Wurzel des Baums: Was eine Bestellung nach allen variablen Kosten inklusive Werbung beisteuert. Im Beispiel 6,41 € — von 39,90 € Bestellwert. Mal 400 Bestellungen sind das 2.564,00 €; nach 2.500 € Fixkosten bleiben 64,00 € Monatsergebnis. Der Shop steht 9 Bestellungen über seinem Break-even von 391.

Diese eine Zahl beantwortet, was zehn Dashboards nicht beantworten: ob der Shop Geld verdient, wie viele Bestellungen er dafür braucht und ob mehr Werbung hilft oder schadet. Bei negativem DB3 vergrößert jede zusätzliche Bestellung den Verlust — dann ist nicht Traffic das Problem, sondern der Wert je Bestellung.

Rechner: Deckungsbeitrag DB1–DB3 · Ratgeber: Umsatz, aber kein Gewinn.

Mini-Rechner

DB3 je Bestellung6,41 €
Ergebnis je Monat64,00 €
Break-even-Bestellungen391

MER: Marketing Efficiency Ratio

MER = Gesamtumsatz ÷ Gesamt-Werbekosten (alle Kanäle, ohne Zuordnung)

Der ROAS hängt an der Zuordnung: Jede Plattform schreibt sich Umsätze zu, und die Summe der Plattform-ROAS übersteigt den echten Umsatz regelmäßig. Der MER umgeht das Problem, indem er den gesamten Umsatz durch die gesamten Werbekosten teilt. Im Beispiel 6,65 — identisch mit dem ROAS, weil hier der ganze Umsatz beworben ist. In echten Shops liegt der MER meist deutlich über dem Kampagnen-ROAS, weil Stammkunden und organischer Umsatz mit einfließen.

Der MER ist eine Diagnose-Kennzahl, keine Steuerungsgröße: Er sagt, ob der Werbekostenanteil des ganzen Shops tragbar ist (Break-even-MER = Break-even-ROAS = 3,22), nicht welche Kampagne ihn verdient.

Rechner: ROAS-Rechner — Reiter „Von der KUR aus".

Mini-Rechner

MER6,65
Werbekostenanteil gesamt15,0 %

Kunde und Liquidität

Kundenwert (CLV) und CLV:CAC

CLV = Bestellungen je Jahr × Jahre × DB2 je Bestellung · Verhältnis = CLV ÷ CAC

Der Kundenwert wird meist als Umsatz gerechnet (95,76 € im Beispiel) — bewertbar ist er nur als Deckungsbeitrag: 1,2 Bestellungen im Jahr über zwei Jahre mal 12,41 € DB2 sind 29,78 €. Geteilt durch den CAC von 10,00 € ergibt das ein Verhältnis von 3,0: Der Kunde verdient seine Akquise dreimal zurück.

Das Verhältnis entscheidet, wie aggressiv Neukundenwerbung sein darf. Unter 1 verliert jeder Neukunde Geld, auch wenn die erste Bestellung profitabel aussieht; über 3 ist Spielraum für höhere Gebote. Payback in Monaten (CAC ÷ DB2 je Monat) sagt, wie lange das Geld dafür gebunden ist.

Rechner: Kundenwert (CLV) · Ratgeber: CLV berechnen.

Mini-Rechner

J.
CLV als Deckungsbeitrag29,78 €
CLV : CAC3,0

Auszahlungslücke und gebundenes Geld

Gebundenes Geld = Umsatz je Tag × Tage bis zur Auszahlung

Die letzte Kennzahl im Baum ist keine Erfolgs-, sondern eine Überlebenskennzahl: Zwischen Bestellung und Geldeingang liegen bei Zahlungsanbietern Tage, bei Marktplätzen zwei Wochen, bei Rückbehalten (PayPal-Reserve, Amazon-Prüfung) bis zu 21 Tage oder länger. Im Beispiel sind bei 7 Tagen Auszahlungsfrist dauerhaft 3.724 € unterwegs — bei 21 Tagen 11.172 €, mehr als vier Monate Fixkosten.

Ein Shop kann mit positivem DB3 zahlungsunfähig werden, wenn Wareneinkauf und Werbekosten vor der Auszahlung fällig sind. Deshalb gehört die Auszahlungslücke neben das Ergebnis, nicht in die Buchhaltung.

Ratgeber: Auszahlung zurückgehalten? mit Puffer-Rechner.

Mini-Rechner

T.
Gebundenes Geld3.724,00 €
bei 21 Tagen Rückbehalt11.172,00 €

Warum ein Baum und keine Liste

Kennzahlen-Listen für Onlineshops zählen zwanzig, dreißig, fünfzig KPIs auf — Conversion-Rate, Warenkorbabbruch, Klickrate, Öffnungsrate, Bounce-Rate — und lassen offen, wie sie zusammenhängen. Genau das ist das Problem: Eine Liste sagt nicht, welche Kennzahl gerade zählt. Der Baum sagt es, weil jede Kennzahl eine Formel hat, die sie mit der nächsten verbindet. Steigt die Retourenquote um fünf Punkte, sinkt der DB2 um 1,44 €, der DB3 um 1,44 €, das Monatsergebnis um 576,00 € — von 64,00 € auf −512,00 €. Fällt der Bestellwert um 2 €, verschieben sich alle Knoten darunter mit.

Das ist auch der Grund, warum de_core keine Kennzahlen-Dashboards baut, sondern ein Modell: Shop, Werbekonten, Zahlungsanbieter, Lager und ERP werden zu genau diesem Baum verbunden — je Produkt, je Kanal, jede Nacht durchgerechnet, jede Zahl mit Herkunft. Die Mini-Rechner oben sind der kleinste Ausschnitt davon: ein Produkt, ein Kanal, ein Monat. Was sie nicht können, ist die Rechnung für 300 Artikel und fünf Kanäle gleichzeitig — und die Frage, welche fünf Artikel den Verlust machen, den die anderen 295 ausgleichen.

Häufige Fragen

Welche Kennzahlen sind für einen Onlineshop wirklich wichtig?

Die, die in der Rechnung von Besuchern bis zur Auszahlung stehen: Conversion-Rate, Bestellwert, Wareneinsatzquote, Kosten pro Bestellung, Retourenquote, DB2 je Bestellung, Werbekostenanteil (KUR/ROAS/POAS), DB3 und Fixkosten. Alles andere ist Diagnose. Im Beispiel-Shop werden aus 15.960 € Umsatz 64,00 € Ergebnis — jede dieser Kennzahlen erklärt einen Teil des Wegs.

Was ist der Unterschied zwischen ROAS, POAS und MER?

ROAS = zugeordneter Werbeumsatz ÷ Werbekosten einer Kampagne. POAS = Deckungsbeitrag aus diesem Umsatz ÷ Werbekosten — er rechnet mit der Marge und lässt sich nicht durch margenschwache Bestseller schönen. MER = Gesamtumsatz ÷ Gesamt-Werbekosten des Shops, unabhängig von Zuordnung. Im Beispiel: ROAS 6,65, POAS 2,07, MER 6,65 — weil hier der gesamte Umsatz beworben ist.

Warum reicht die Conversion-Rate allein nicht als Kennzahl?

Weil sie nur die Zahl der Bestellungen bewegt, nicht den Wert einer Bestellung. Im Beispiel bringt ein halber Punkt mehr Conversion (2,5 % auf 3,0 %) 80 zusätzliche Bestellungen und 512,80 € mehr DB3 — aber nur, wenn der DB3 je Bestellung positiv ist. Bei negativem DB3 vergrößert jede zusätzliche Bestellung den Verlust.

Welche Kennzahl zeigt, ob mein Shop Gewinn macht?

DB3 gesamt minus Fixkosten. DB3 je Bestellung ist der Deckungsbeitrag nach Wareneinsatz, Versand, Zahlart, Retouren und Werbung; multipliziert mit den Bestellungen und abzüglich der Fixkosten ergibt er das Monatsergebnis. Kein Shop-Dashboard zeigt diese Zahl, weil Werbekosten, Zahlartgebühren und Retourenkosten in anderen Systemen liegen.

Wie hängen Kundenwert (CLV) und CAC zusammen?

CAC = Werbekosten ÷ Neukunden, CLV = Bestellungen je Kunde × DB2 je Bestellung über die Kundenbeziehung. Das Verhältnis CLV:CAC sagt, wie oft ein Kunde seine Akquise zurückverdient. Im Beispiel: CAC 10,00 €, CLV 29,78 € Deckungsbeitrag über zwei Jahre, Verhältnis 3,0. Unter 1 verliert jeder Neukunde Geld; als Faustregel gilt 3 oder mehr.

Die Rechner zum Baum

Dein Baum — mit deinen Zahlen, je Produkt, jede Nacht.

de_core verbindet Shop, Werbekonten, Zahlungsanbieter und Lager zu genau dieser Rechnung: DB3 je Artikel, Break-even je Kanal, Auszahlungsvorschau — jede Zahl mit Herkunft.